Health-Studio Angelika Proissl
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Reflexzonentherapie
Was Patientinnen und Patienten wissen sollten:

Die Reflexzonenarbeit am Fuß ist eine Therapieform, die sich im Laufe von vielen Jahren aus altem Volkswissen zu einer exakt ausgearbeiteten Spezialtherapie entwickelt hat. Sie hat zwar ihren Ausgangspunkt am Fuß, ist jedoch mehr als eine übliche Fußmassage, denn sie kann außer einer lokalen intensiven Durchblutung eine Heilung oder Verbesserung sämtlicher gestörter Organ- und Gewebefunktionen der Patienten bewirken. Sie wird auf Nachfrage verordnet und meist privat abgerechnet.

Geschichtliche Entwicklung:

Schon vor Jahrtausenden kannten Kulturvölker Zusammenhänge und Möglichkeiten der organfernen Behandlung, wie es auch die Reflexzonentherapie am Fuß aufzeigt. Dieses alte Erfahrungsgut wurde am Anfang des Jahrhunderts zum ersten Mal durch einen amerikanischen Arzt William Fitzgerald systematisiert und in eine moderne Form gebracht. Er unterwies aufgeschlossene Ärzte und Therapeuten in dieser Behandlungsmethode, die über viele Jahre eine sehr geschätzte Therapie blieb. Als im Land der "unbegrenzten Möglichkeiten" andere Methoden in den Blickpunkt des therapeutischen Interesses rückten, geriet die Reflexzonentherapie dort bei den Fachleuten in Vergessenheit.

Eine begabte Masseurin, Euince Ingharm, begann um 1930, das vorhandene Grundwissen an gesundheitsbewußte Laien weiterzugeben. Von 1959 an wurde die Methode in unserer physikalischen Praxis acht Jahre lang an vielen Patient/innen mit den unterschiedlichsten Krankheitsbildern geprüft. Die Ergebnisse waren so erstaunlich, dass 1967 mit systematischen Unterricht für nur medizinische Fachkräfte begann. Die Reflexzonentherapie am Fuß nimmt heute eine gleichwertigen Platz neben anderen Anwendungen aus der physikalischen Therapie in vielen Kliniken, Sanatorien und Praxen ein.

Anwendung der Methode:

Im Fuß haben alle Bereiche des Menschen ihre zugeordneten Stellen, die Reflexzonen, die seine augenblickliche Verfassung bildschirmähnlich im Kleinen wiedergeben. Die Therapeuten arbeiten mit gezielten Griffen im wahren Sinne einer Be-Hand-lung, ohne Zwischenschaltung von Geräten oder anderen Hilfsmitteln, um die im Menschen gestörten Energieabläufe zu ordnen und zu harmonisieren, soweit dies möglich ist. Es konnte über Jahrzehnte hinweg die Erfahrung gesammelt werden, so dass die Beschwerden in den geschwächten oder erkrankten Organen in dem Maß nachlassen, wie sich die übersensiblen Reflexzonen normalisieren.

Ein gesunder Mensch hat üblicherweise einen schmerzfreien Fuß, der sich warm und elastisch anfühlt und gut durchblutet ist. Sobald er häufig kalt und bewegungseingeschränkt ist, wenn sich Fußpilz, Hühneraugen, Schrunden, durchgetretene Längs- oder Quergewölbe zeigen, kann das auch auf Schwächen oder Krankheiten im Sinne einer Reflexzonenbelastung hinweisen.

Überlegungen, ob das Befinden im Menschen oder die Reflexzonen am Fuß sich zuerst gestört zeigen, sind müßig; erfahrungsgemäß handelt es sich um Wechselbeziehungen zwischen den Fußpunkten und dem gesamten Organismus, die beim Gesunden unspezifisch, beim Kranken schmerzhaft spürbar vorhanden sind. Wenn eine Reflexzone gestört ist, zeigt sich das meist durch eine fühlbare Veränderungen in der lokalen Gewebespannung, dem sog. Tonus. Solche Störungen können sehr schnell auftreten oder sich über Wochen und Monate hin langsam aufbauen, so dass teilweise sogar tastbare Ablagerungen vorhanden sind.

Immer wieder ergibt es sich, dass bestimmte Zonen am Fuß schmerzen, obwohl die Patient/innen in den zugeordneten Organen oder Geweben ihres Körpers noch keine Beschwerden verspüren. Da der Mensch eine dynamische Lebenseinheit darstellt, in der alles mit allem leitend verbunden ist, ist es verständlich, dass der Körper zuerst versucht, seine Beschwerden solange wie möglich selbst auszugleichen.

In diesem Vorfeldstadium gibt es jedoch schon Hinweise durch die Belastung einzelner Punkte am Fuß. Diese Beobachtung und deren Schlussfolgerung eröffnen alle Möglichkeiten einer tiefgreifenden Umstimmung mittels der Reflexzonentherapie am Fuß bereits im Anfangsstadium einer Krankheit und stellen damit auch eine sinnvolle Gesundheitsvorsorge dar. Abgesehen vom spontan verspürten Behandlungsschmerz in der belasteten Reflexzone reagiert der/die Patient/in in den Zeiten zwischen den einzelnen Behandlungen mit typischen Anzeichen, den Reaktionen. Ihnen kommt eine besondere Bedeutung zu, denn durch sie zeigt sich sowohl für den Therapeuten, als auch für die Patienten eine Wende im Verlauf der Krankheit an.

Reaktionen sind demgemäß erwünschte und erwartete Antworten des Organismus auf den gesetzten Heilreiz, selbst wenn sie teilweise und vorübergehend unangenehm sein können. Sie lassen immer erkennen, dass der Mensch noch Lebenskraft genug besitzt, sich der Störungen zu erwehren. Deshalb bedient sich der "Innere Arzt" auch oft der Ausscheidungsorgane, um Reaktionsphasen abzuwickeln. Häufig erleben die Patienten schon innerhalb der ersten Behandlung eine deutliche Erleichterung ihrer Beschwerden und sollten nicht vergessen, dass eine der ermutigendsten Reaktionen auf die Behandlung darstellt. Die für sie unangenehme Reaktionen gleichen einem zeitweiligen kurzen Frühjahrsputz im Organismus, der erwarten lässt, dass sich der Mensch in seinem "Gehäuse" danach umso wohler fühlen wird.

Gegenanzeigen: Patienten mit akuten, hochfieberhaften oder mit ansteckenden bzw. operativ zu erfassenden Krankheiten, mit Entzündungen im Venen- oder Lymphsystem oder speziellen psychischen Erkrankungen etc. gehören zum Facharzt, der darüber zu entscheiden hat, ob eine zusätzliche oder nachfolgende Behandlung über die Reflexzonen sinnvoll ist. Sonst gibt es jedoch kaum eine Krankheit, die sich dem ordnenden Einfluss dieser Therapie entzieht, denn es wird nicht die Krankheit bekämpft, sondern die im Menschen vorhandene Lebens- und Regenerationskraft aktiviert.

Je mehr Sie selbst als Patient/in an der Verbesserung Ihrer Beschwerden interessiert sind, desto eher werden Sie auch bereit sein, manche Ihrer bisherigen Lebensgewohnheiten zu ändern, falls diese Ihnen schaden.

Vorschläge, was Sie zur Pflege Ihrer Füße tun können:

  • Halten Sie Ihre Füße frei von Hornhaut, Schwielen, Hühneraugen und Fußpilz, soweit Ihnen das selber möglich ist; bei Bedarf ist dafür eine fachkundig durchgeführte med. Fußpflege eine gute Hilfe

  • Setzen Sie Ihre Füße, soweit Sie können, den natürlichen Reizen Licht, Luft, Wasser aus und gehen Sie wenigstens in Ihrer Freizeit oder im Urlaub immer wieder barfuß

  • Seien Sie anspruchsvoll in der Auswahl der Fußbekleidung und bevorzugen Sie natürliche Textilien und formgerechtes Schuhwerk

Und - denken Sie in Dankbarkeit daran: Kein anderes menschliches Organ hilft und so geduldig und doch so zielstrebig, unseren Lebensweg zu gehen, wie es unsere Füße jahrein, jahraus für uns tun.

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